Wuselstation #5: Das zukünftige Ich als Lernbegleiter im Unterricht
Hintergrund
Das Muster des 'zukünftigen Ichs' kann dabei helfen, Lernende zu motivieren und eine zukunftsgestaltende Perspektive zu eröffnen. Statt nur zu fragen "Was bringt mir das jetzt?", verschiebt sich der Fokus auf: "Welches zukünftige Ich entwickle ich mit meinen jetzigen Handlungen?" Diese Perspektive kann besonders in einer digital geprägten, sich schnell wandelnden Welt hilfreich sein.
Benötigtes Material
- Einen ausführlichen Blogbeitrag zum Thema findest du hier: Das zukünftige Ich als Lernbegleiter
Beschreibung
Schritt 1: Verstehen, was das zukünftige Ich ist
Lest euch gemeinsam die folgende Kernidee durch und diskutiert sie:
Das Muster des zukünftigen Ichs bedeutet: Ich mute meinem gegenwärtigen Ich bewusst Anstrengungen und Mühen zu, weil ich davon ausgehe, dass mein zukünftiges Ich davon profitieren wird. Die Perspektive auf mein zukünftiges Ich unterstützt mich somit beim Lernen.
Diskussionsfragen:
- Welche Beispiele aus eurem eigenen Leben fallen euch ein, wo ihr bereits nach diesem Muster gehandelt habt?
- Wo habt ihr vielleicht eher auf den schnellen Erfolg gesetzt – und was waren die Folgen?
Schritt 2: Drei konkrete Einsatzbereiche erkunden
Wählt einen oder mehrere der folgenden Bereiche aus und diskutiert sie in der Gruppe:
Bereich 1: KI-Nutzung als kognitives Training
KI kann uns viel Arbeit abnehmen – aber was bedeutet das für unser zukünftiges Ich? Wenn wir immer nur Abkürzungen nehmen, kann De-Skilling die Folge sein. Mit Blick auf das zukünftige Ich können wir KI bewusst so nutzen, dass wir selbst in einer aktiven Rolle bleiben und uns eine selbstbestimmte, sichere Nutzung der Technologie erarbeiten.
Reflexionsfragen:
- Wo könnten Lernende KI als Abkürzung nutzen – und was würde das für ihr zukünftiges Ich bedeuten?
- Wie könnten wir Lernende dabei unterstützen, KI kognitiv herausfordernd zu nutzen?
Bereich 2: Digitale Mündigkeit als Zukunftsinvestition
Oft ist es bequemer, fertige Lösungen proprietärer Anbieter zu nutzen, statt Technologie selbst zu gestalten oder zumindest "unter die Haube" zu schauen. Der Blick auf das zukünftige Ich kann motivieren, sich bewusst in digitaler Mündigkeit zu üben – zum Beispiel durch selbst gestaltete Lernräume oder eigene Online-Präsenzen. Das zukünftige Ich wird dann sehr viel mehr Perspektiven haben.
Reflexionsfragen:
- Welche Gelegenheiten haben Lernende bei uns, digitale Mündigkeit zu entwickeln?
- Wie könnten wir mehr Raum für selbstgestaltete digitale Erfahrungen schaffen?
Bereich 3: Irritation und Datenbank-Aufbau
Der Blick auf das zukünftige Ich kann dazu motivieren, sich in neue und vielfältige Themen einzuarbeiten – auch wenn ihre Relevanz nicht sofort ersichtlich ist. Es geht darum, eine reichhaltige "Datenbank" mit Wissen, Erfahrungen und Ideen aufzubauen, auf die das zukünftige Ich andocken kann. Aus vielfältigen Spuren und Netzwerkknoten entstehen neue Verbindungen – ein wichtiger Treiber für Neugier und Lernen.
Reflexionsfragen:
- Wie können wir Lernende ermutigen, sich auch mit Themen zu beschäftigen, die nicht direkt "prüfungsrelevant" sind?
- Welche Rolle spielt Irritation und Überraschung in unserem Unterricht?
Schritt 3: Weitere Einsatzmöglichkeiten entwickeln
Überlegt gemeinsam:
- Wie könntet ihr das Konzept des zukünftigen Ichs auch über diese Themen hinaus für euer eigenes Lernen und eure Weiterentwicklung nutzen?
- Wie könntet ihr diese Perspektive in eurem Unterricht für Lernende eröffnen?
- Welche konkreten methodischen Ideen habt ihr? (Beispiel: Brief ans zukünftige Ich, Reflexionsgespräche, Projektplanung mit Zukunftsperspektive...)